In 5 Tagen vom Sand zum Ziegelstein

Ziegelstein2

Das Einfamilienhaus, der Wohnblock oder die Villa – äußerlich betrachtet sind diese Gebäude zwar sehr unterschiedlich, doch eines haben fast alle von ihnen gemeinsam: Den Ziegelstein.
Jedes Jahr werden weltweit über 1,23 Billionen Ziegel produziert, damit wir uns den Traum vom eigenen Heim erfüllen können. Würde man alle diese Ziegelsteine aneinanderreihen, so würden sie 325 Mal zum Mond und wieder zurück reichen! Kaum vorstellbar oder?

Das große Problem an der Produktion der Ziegelsteine ist der damit verursachte CO2-Ausstoß. Dieser beträgt bei unserem Szenario nämlich ganze 800 Millionen Tonnen. Was wäre wenn … , fragte sich die Architektin Ginger Krieg-Dosier und kam auf eine Idee …

Was, wenn die Ziegelsteine nicht mehr tagelang bei großer Hitze in Öfen gebrannt werden müssten, sondern man sie einfach wie Pflanzen in einem Gewächshaus züchten könnte? Ginger Krieg-Dosier, die sich mit grünen Alternativen für Baumaterialien auseinandersetzte, ging genau dieser Theorie auf den Grund. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern entwickelte sie ein Verfahren, das es möglich macht Ziegelsteine aus Sand und Bakterien wachsen zu lassen.

Der Sand wird dabei in eine rechteckige Form gepackt und mit Bakterien vermischt. Die Bakterien umschließen die einzelnen Sandkörner und fügen diese zu einem Kern zusammen, um den sich dann sogenannte Kalziumkarbonat-Kristalle bilden. Beim Herstellungsprozess müssen die Ziegel über ein Bewässerungssystem mit nährstoffreichem Wasser versorgt werden um wachsen zu können und damit die letzte Lücke zwischen den Sandkörnern gefüllt werden kann. Schon nach 3-5 Tagen entstehen fertige Ziegel, die für den Bau genutzt werden können.

Was passiert mit den Bakterien?
Die Bakterien sterben ab, sobald sie keine Nährstoffe mehr erhalten. Durch den Wachstumsvorgang entsteht aufgrund der Bakterien außerdem ein Nebenprodukt, das wie ein Düngemittel wirkt. Sodass das benutzte Wasser für den Herstellungsprozess im Nachhinein perfekt für das Gießen anderer Pflanzen oder ganz einfach für die nächsten wachsenden Ziegel verwendet werden kann.

Die Architektin Krieg-Dosier sieht großes Potenzial in dieser Art der Produktion. Denn die Ziegelsteine sind stark genug für Häuser und andere Gebäudestrukturen. Auch wenn das im Jahr 2012 gegründete Unternehmen BioMason momentan noch nicht genug Ziegel produzieren kann, um den enormen Bedarf zu decken – wer weiß, wer von Euch bald in einem Gebäude aus gezüchteten Ziegel ein neues Zuhause finden wird. 😉

 

Quelle:
green.wiwo.de/klimafreundlich-diese-ziegelsteine-wachsen-im-gewaechshaus/
http://www.kirchenland-bernau.de/images/594866_original_r_k_b_by_katharina-scherer_pix.jpg

Das könnte Dich auch interessieren...

1 Antwort

  1. 31. März 2016

    […] Das Einfamilienhaus, der Wohnblock oder die Villa – äußerlich betrachtet sind diese Gebäude zwar sehr unterschiedlich, doch eines haben fast alle von ihnen gemeinsam: Den Ziegelstein. Jedes Jahr werden weltweit über 1,23 Billionen Ziegel produziert, damit wir uns den Traum vom eigenen Heim erfüllen können. Würde man alle diese Ziegelsteine aneinanderreihen, so würden sie 325 Mal zum Mond und wieder zurück reichen! Kaum vorstellbar oder? Das große Problem an der Produktion der Ziegelsteine ist der damit verursachte CO2-Ausstoß. Dieser beträgt bei unserem Szenario nämlich ganze 800 Millionen Tonnen. Was wäre wenn … , fragte sich die Architektin Ginger Krieg-Dosier und kam auf eine Idee … Was, wenn die Ziegelsteine nicht mehr tagelang bei großer Hitze in Öfen gebrannt werden müssten, sondern man sie einfach wie Pflanzen in einem Gewächshaus züchten könnte? Ginger Krieg-Dosier, die sich mit grünen Alternativen für Baumaterialien auseinandersetzte, ging genau dieser Theorie auf den Grund. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern entwickelte sie ein Verfahren, das es möglich macht Ziegelsteine aus Sand und Bakterien wachsen zu lassen. Der Sand wird dabei in eine rechteckige Form gepackt und mit Bakterien vermischt. Die Bakterien umschließen die einzelnen Sandkörner und fügen diese zu einem Kern zusammen, um den sich dann sogenannte Kalziumkarbonat-Kristalle bilden. Beim Herstellungsprozess müssen … lesen Sie weiter! […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.