Der Kampf ums Öl – die Folgen für Mensch und Natur

Der Kampf um’s Öl wird immer rücksichtsloser und unnachgiebiger. Und das Schlimme ist, dieses Vorgehen wird von den Regierungen nicht gestoppt, sondern geduldet und sogar noch unterstützt. Schon sehr viele Menschen setzen sich gegen die schmutzigste Art der Ölgewinnung ein – den Teersand-Abbau.

Kanada, einer der führenden Ölproduzenten dieser Art mit den zweitgrößen Ölreserven auf der Welt, möchte diese Art der Ölgewinnung noch verstärken. Die daraus entstehenden Folgen sind für Mensch und Natur fatal. Schon jetzt mehrt sich in den Gegenden des Ölsand-Abbaus das Auftreten von seltenen und unheilbaren Krankheiten. Dies schreckt aber nicht genug ab! Kanada möchte nun eine Pipeline an die Westküste bauen um vor allem den asiatischen Raum mit diesem dreckigen Öl beliefern zu können. Die Bedrohung von Tier und Mensch aus diesem Vorhaben ist enorm und lässt einem das Blut in den Adern gefrieren.

Ca. 200 Öltanker wären dann jährlich von der Stadt Kitimat über die enge Wasserstrasse, Douglas Channel, Richtung Pazifik unterwegs. 2006 sankt dort die Fähre „Queen of the North“. Sie ist auf einen Felsen aufgelaufen, da jegliches Manövrieren in der engen Wasserstrasse nicht möglich war. Die Fähre liegt heute noch am Meeresgrund, an der Stelle an der sie versank. Täglich läuft Diesel aus ihren Tanks. 2011 berichtete die National Geographic, dass sich immer noch Zehntausende Liter Treibstoff im Inneren der Fähre befinden. Das Unglück einer Fähre zieht weitreichende Folgen mit sich, was passiert aber wenn solch ein riesen Öltanker sinkt? Die Folgen möchte man sich kaum vorstellen, jedoch sind sie realistisch. Es kann das Ende dieser einmaligen Gegend sein. Angrenzend an den Douglas Channel befindet sich der Great Bear Rainforest – eines der letzten Paradiese auf Erden. Er beheimatet den „Spirit Bär“ welcher nur dort und sonst nirgendwo auf der Erde zuhause ist. Grizzlys, Küstenwölfe, Buckel- und Finnwale sowie Weißkopfseeadler und Lachse leben dort und werden massiv bedroht, sollte die Pipeline kommen.

Ihr fragt euch jetzt vielleicht, was das mit uns zu tun haben soll. Zum einen denke ich, wir leben alle in einer Welt und somit geht es uns alle an. Zum anderen hat die EU-Kommission am 7.10.2014 beschlossen, dass das „dreckigste Öl der Welt“ gegenüber konventionellem Öl nicht benachteiligt wird und somit kein Importverbot gegen Teersandöl verhängt wird. Dies, obwohl die Klimabilanz um das 23fache schlechter ist. Sollte gegen diesen Beschluss innerhalb von 3 Monaten kein Einspruch eingelegt werden, steht der Pipeline nichts mehr im Weg und die Katastrophe kann ihren Lauf nehmen.

Andreas Hoppe, welchen Ihr bestimmt aus dem Ludwighafener Tatort-Krimi kennt, setzt sich gegen die Gewinnung von Öl aus Teersand ein und möchte zusammen mit dem Journalist Konstantin Muffert nach Kanada reisen, um einen Dokumentarfilm über das Ausmaß dieses Projektes zu drehen. Hierfür startete er eine Spendeaktion um die voraussichtlichen Fixkosten von rund 50.000€ zu decken. Das Ziel dieses Filmes soll sein, Zusammenhänge zu verdeutlichen und die Gegner der Pipeline zu unterstützen. Weitere Informationen zur „Walkampagne“ findet Ihr hier.

 

Bildquelle: www.walkampagne.de

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Keine Antworten

  1. Achim Fetzer sagt:

    Wirklich eine Sauerei – ich werde Spenden!

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