Timbercoast – Segel in Richtung Zukunft setzen

Timbercoast

Wogende Wellen und eine leichte Meeresbrise, der Blick auf das weite Meer gerichtet während die Sonne am Horizont versinkt. Ein Schiff fährt in den Hafen ein, ein anderes macht sich auf den weiten Weg über den Ozean. In diesem Moment scheint die Zeit stillzustehen und die Welt wirkt friedlich und ruhig. Man kann sich nicht mehr abwenden, vom Anblick des weiten, blauen Meeres. Man kann sich aber auch nicht vorstellen, dass genau da draußen eine große Gefahr lauert – für Mensch und Umwelt.

Frachtschiffe – die heimlichen Umweltsünder

Mehr als 51.000 Frachtschiffe sorgen derzeit dafür, dass die Ware über die Meere dieser Welt ans Ziel gelangt. Zum Beispiel, die in der letzten Woche von Dir bestellte Handyhülle oder die Luftmatratze für den nächsten Urlaub, die Du mit einem Klick über das Internet bestellt hast. Die großen Schiffe, die Haupttransportmittel unseres Welthandels sind, sind außerdem die mit Abstand größten Verschmutzer im Transportsektor. Die motorgetriebenen Frachtschiffe zerstören die Umwelt und sondern lebensgefährliche Giftstoffe ab. Die Emissionen, die durch Autos und Flugzeuge entstehen, sind dagegen harmlos. Ein Vergleich: Auf seinem Weg produziert ein einziger Frachter ungefähr so viele Schadstoffe, wie 5 Millionen Autos auf der gleichen Strecke. Eine unvorstellbare Menge!

Mehr als 90 Prozent des Welthandels geschieht durch Containerschiffe

Das fatale an diesen Schiffen: Sie werden fast ausschließlich mit Schweröl betrieben. Schweröl ist ein extrem schwefelhaltiger, klebriger, stinkender und teerartiger Brennstoff, der erst durch Erhitzen in eine flüssige Form übergeht. Die Produkte werden so quasi mithilfe von schwimmenden Müllverbrennungsanlagen von Land zu Land überführt. Schadstoff-Richtlinien und andere Umweltauflagen – auf dem Meer gibt es sie kaum. Neben dem jährlichen Ausstoß an CO2-Emissionen werden von den Ozeanriesen außerdem große Mengen an Stickoxide, Feinstaub, Ruß und Schwefeldioxide ausgestoßen.

Ein Problem fernab der Zivilisation

Im Bewusstsein der Menschen hat sich das enorme Risiko, das mit dieser Welthandelsflotte einhergeht, noch nicht wirklich eingeprägt. Vielleicht, weil es so „weit weg“ ist. Die Untersuchungen verschiedener Wissenschaftler zeigen jedoch, dass die Auswirkungen auf uns Menschen nicht zu unterschätzen sind. Man hat festgestellt, dass allein in Europa für bis zu 50.000 vorzeitige Todesfälle die Schiffsemissionen verantworlich sind. Warum? Weil gerade Feinstaub- und Rußemissionen sowohl Herz- und Lungenerkrankungen als auch Asthmaerkrankungen und sogar Krebs auslösen können. Abhängig vom globalen Wirtschaftswachstum und der technologischen Entwicklung werden diese Probleme in den nächsten Jahren weiter zunehmen.

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Timbercoast – natürlich über den Ozean

Ein Mann, eine große Vision. Kapitän Cornelius Bockermann konnte sich durch seine Arbeit in der Schiffsindustrie selbst ein Bild davon machen, wie Mensch und Umwelt durch die Transportschifffahrt beeinflusst werden. So stellte er sich die Frage, wie man gegen dieses Problem vorgehen kann und rief das Projekt Timbercoast ins Leben. 160 Freiwillige halfen dabei, das bereits 1920 gebaute Schiff Avontuur wieder fit für die See zu machen. Als nachhaltiger Frachtsegler transportiert das Schiff nun Waren quer über den Ozean – allein durch die Windkraft. Die Avontuur kann 114 Tonnen Fracht transportieren. Diese Fracht stammt von nachhaltigen Produzenten, die ihre Produkte auch nachhaltig versenden möchten. Somit wird eine Verbindung zwischen der nachhaltigen Produktion und verantwortungsvollen Verbrauchern geschaffen.

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„Wir haben eine klare Botschaft. Wir wollen auf die Missstände in der Welthandelsflotte hinweisen und zeigen, dass Waren sauber und emissionsfrei über den Seeweg transportiert werden können“, so Bockermann. Und deshalb segelt er mit einem Team aus einer erfahrenen Crew und interessierten Seglern von Europa in die Welt, um ökologische Produkte von einem Ort an den anderen zu bringen. Dabei können  interessierte Trainees auf der Avontuur verantwortungsvolle Schifffahrt erlernen und das Leben auf dem Schiff kennenlernen.

„Wenn ich die Möwen beobachte denke ich, Segeln ist das richtige Fliegen“, schreibt Shipmate Johanna in ihrem Blogbeitrag. Wer möchte nicht gerne das Gefühl vom Fliegen haben und dabei auch noch Gutes tun?!

 

Quellen:

timbercoast-pressinfo.pdf
timbercoast.com/de
www.popsci.com/this-shipping-company-is-ditching-carbon-emissions-for-high-tech-sailing
twitter.com/timbercoastcrew
timbercoast.com/de/galerie

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