Naturlatex – Definition, Abgrenzung, Gewinnung und Herstellung

Einige von Euch fragen sich sicherlich was denn genau Naturlatex ist, wie dieses Material gewonnen und hergestellt wird?

Heute zeigen wir Euch den Weg des Rohstoffes (100% Naturkautschuk) zum fertigen Produkt für den gesunden Schlaf. Denn es gibt einiges über diesen besonderen Werkstoff für hochwertige Matratzenkerne zu erfahren. Überzeugt Euch selbst…

Wie definiert sich eigentlich Latex?

Latex wird in einem speziellen technischen Aufschäumverfahren aus Kautschuk hergestellt. Dieser Rohstoff kann entweder:

  • auf die natürliche Art aus dem Saft von Kautschukbäumen oder
  • auf die synthetische Art aus verschiedenen chemischen Substanzen auf Rohöl-Basis gewonnen werden.

Heutzutage wird zur Kautschukgewinnung meist synthetisch hergestellter Kautschuk verwendet. Im ökologischen Handel wird hierzu jedoch auch Naturkautschuk verwendet.

 

Was sind die großen Vorteile von Naturlatex gegenüber Syntheselatex?

Die Abgrenzung des Naturlatex aus 100% organischen Substanzen von synthetischem Latex auf Erdölbasis (Kunststoff) kommt deutlich zum Vorschein:

  • Naturkautschuk ist ein nachwachsender Rohstoff. Er wird schonend und ökologisch gewonnen, da die Ernte per Hand erfolgt.
  • Der Energieaufwand, berechnet aus der Herstellung des Naturkautschuks und dem Transport, beträgt etwa nur 10% des Aufwands der chemischen Herstellung von Syntheselatex.
  • Naturlatex ist frei von Lösungsmitteln, FCKW und krebserregenden chemischen Weichmachern.

Der Begriff „Naturlatex“ ist leider weder genormt noch geschützt, deshalb verleitet es viele Anbieter, Euch als Kunde mit der Angabe der Naturlatexanteile zu täuschen und preislich günstigeren, synthetischen Kautschuk beizumischen. Dieses Produkt wird dann als Naturprodukt deklariert, was aber ganz und gar nicht der Fall ist. Um dem ein Ende zu bereiten, klärt allnatura Euch auf, was die Angabe „100% Naturlatexanteil“ zu bedeuten hat: 100% Naturlatex heißt, dass das Material für den Latexkern zu 100% natürlichen, rein pflanzlichen Ursprungs ist und kein synthetisch erzeugter Kautschuk auf Rohölbasis verwendet wurde! Naturlatex aus 100% Naturkautschuk ist somit die einzige Alternative für den biologischen Fachhandel.

 

Wie wird Naturkautschuk gewonnen?

Der Rohstoff für Naturlatex stammt vom tropischen Gummi- oder Kautschukbaum, der vor allem in Südost-Asien wächst. Naturlatex ist der Saft des Kautschukbaumes. Kautschuk bedeutet soviel wie „tränendes Holz“.

In der Rinde des glatten bis zu 20m hohen Stammes befinden sich die Milchröhrchen, die den Kautschuksaft enthalten. Bei Verletzung seiner Rinde fließt aus dem Kautschukbaum ein Milchsaft (Latex), welcher sich zu einer gummiartigen Mischung verhärtet und so die „Wunde“ der Pflanze schützt. Dies ist lediglich ein Schutzmechanismus, um zu verhindern, dass bei Beschädigungen durch Insekten Schimmel oder Bakterien in die Pflanze eindringen können. Die Rinde des Baumes wird bogenförmig angeschnitten, damit die Latexmilch ausfließt und in kleinen Bechern aufgefangen werden kann. Die flüssige Latexmilch vom Kautschuk-Baum wird in Containern direkt nach Mitteleuropa befördert, wo diese 1:1 für die Produktion von Naturlatex-Matratzen eingesetzt werden kann.

Hier zeigen wir Euch kurz und knapp wie Naturlatex gewonnen wird:

 

Wie wird der natürliche Rohstoff „Latex“ aus 100% Naturkautschuk verarbeitet?

Bei der Herstellung einer Naturlatexmatratze aus 100% Naturkautschuk existieren zwei Verfahren:

  • Das Dunlop-Verfahren wurde im Jahr 1929 entwickelt und wird heute überwiegend angewandt. Hierbei wird der gewonnene 100% Naturkautschuk unter Hinzugabe von Seifenlösung mit Luft aufgeschäumt. Die dadurch eingeschlossenen Luftbläschen lassen die offenporige Zellstruktur entstehen, welche typisch für Naturlatexkerne ist. Anschließend wird der Latexschaum in eine Stahlform mit eingearbeiteten Hitzestiften gegossen. Diese dienen bei entsprechender Anordnung zur Ausbildung unterschiedlicher Härtezonen. Daraufhin wird vakuumiert und vulkanisiert, bzw. bei Temperaturen um die 100°C „gebacken“. Das geschieht ähnlich wie mit einem übergroßen Waffeleisen. So entsteht der bekannte „Stiftlatex“. Am Ende des Fertigungsprozesses wird der Latexkern aus der Form entnommen, mehrmals gründlich gewaschen, getrocknet, umfangreich geprüft und in das Auskühlungslager gegeben.
  • Das Talalay-Verfahren wurde in den 30er Jahren entwickelt. Wesentlicher Unterschied ist hier die Ergänzung um zwei Vorstufen beim Vulkanisierung-Vorgang (Gefrieren und Gelieren), was einen hohen Energieaufwand zur Folge hat und nicht für das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung steht. Die noch flüssige 100% natürliche Latexrohstoff-Mischung wird in die Metallform gegossen und über Stifte und Außenwände auf ca. -32°C schockgefroren. So behalten die Zellmembranen ihre runde Form, obwohl sie teilweise aufbrechen. Hierbei entsteht wieder die typische, offenporige Zellstruktur der Naturlatexkerne. Um eine Vorfestigkeit zu erhalten wird eine Kohlendioxid-Luft-Mischung eingeleitet, welche das Naturlatex gelieren lässt. Nun wird die Latex-Masse in der Gussform bei Temperaturen um die 115°C vulkanisiert. Waschen, Trocknen und Prüfungen komplettieren das Verfahren.

Hier seht Ihr, wie bei allnatura Naturlatexkerne aus 100% Naturkautschuk mit Hilfe des Dunlop-Verfahrens hergestellt werden:

Durch die aufwendige, natürliche Rohstoff-Ernte und das anspruchsvolle Herstellungsverfahren der Naturlatex-Matratzenkerne aus 100% Naturkautschuk, werden Naturlatex-Matratzen zu qualitativ hochwertigen Produkten – für Euren gesunden Schlaf!

Dieser Beitrag ist Teil 1/4 unserer Naturlatex-Themenwoche.

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