Artensterben: Tiere und Pflanzen verschwinden immer schneller

Ist Euch auch schon aufgefallen, dass Artensterben immer nur ein Randthema in den Medien ist? Dabei ist es auch für uns und unser Überleben sehr wichtig, ob Tier- und Pflanzenarten aussterben. Natürlich sterben schon immer Pflanzen und Tiere aus, das war bereits so bevor es uns Menschen gab. Und ja, manche als ausgestorben geltende Tierarten tauchen – zum Glück – wieder auf. Aber dies gilt auch unter Biologen als große Ausnahme. Die Geschwindigkeit, mit der Tier- und Pflanzenarten von unserem Planeten verschwinden, ist allerdings erschreckend!

Der Mensch breitet sich immer weiter aus und verschmutzt die Umwelt dabei massiv. Denn weltweit vergrößern sich Städte und Siedlungen rasant, werden riesige Flächen aus wirtschaftlichen Interessen gerodet, werden – zum Teil riesige – Straßen, Fabriken, Häuser, etc. gebaut. So nähern wir uns Wäldern und anderen Biotopen immer mehr und vernichten sogar viele davon. Das minimiert wichtigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Dabei sind Wälder für das globale Ökosystem extrem wichtig. Sie speichern Kohlendioxid, gleichen Temperaturschwankungen aus, erhöhen die Luftfeuchtigkeit, steigern die Taubildung, bieten unzähligen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum, filtern das Wasser und die Luft und schützen vor Erosion und Überflutungen. Große zusammenhängende Waldflächen in der Nähe von Städten und Ballungsräumen können das Klima positiv beeinflussen. Denn die Temperaturunterschiede zwischen Wald und Stadt bewirken einen ständigen Luftaustausch. Dadurch gelangt reine und qualitativ bessere Luft in die Siedlungsgebiete.

Im Mai wurde von Forschern der Duke University (North Carolina, USA) eine alarmierende Studie zum Artensterben (der Link ist leider nicht mehr verfügbar) veröffentlicht. Sie gilt als die bisher ausführlichste Studie zu diesem Thema. Neu ist, dass versucht wird, die historische und die aktuelle Aussterberate in ein Verhältnis zu setzen. Bei diesen Berechnungen stützt sich das Forscherteam nicht nur auf Fossilien, sondern bezieht auch DNA-Analysen in ihre Computersimulation mit ein. Bisher war bekannt, dass in den letzten 500 Jahren über 320 Landwirbeltiere von der Erde verschwunden sind und derzeit rund 30 Prozent der Arten weltweit als gefährdet gelten. Das Ergebnis dieser Studie ist aber, dass zur Zeit 1000 Mal mehr Arten aussterben als in den 60 Millionen Jahren bevor es uns Menschen gab und jedes Jahr bis zu 10.000 Arten hinzukommen können.

Übrigens haben die Forscher auch die natürliche Aussterberate mit und ohne menschlichen Einfluss berechnet: ohne menschlichen Einfluss ist diese 1 von 1 Million Arten alle 10 Jahre, allerdings verschwinden derzeit rund 1000 pro 1 Million Arten alle 10 Jahre.

Selbstverständlich darf der Mensch seine Umwelt nutzen: Er muss Nahrungsmittel anbauen, braucht Lebens- und Arbeitsraum und will seine Freizeit aktiv gestalten. Dadurch greift er in natürliche Kreisläufe ein und beeinflusst sie auf Dauer gravierend. Unser Ziel sollte es also sein, diese Eingriffe so gering wie möglich zu halten und eine nachhaltige Nutzung unseres Lebensraums zu gewährleisten. Nachhaltigkeit bedeutet hier die Abwägung zwischen der ökologischen Tragfähigkeit des Eingriffs, seiner Wirtschaftlichkeit und seinen Konsequenzen für nachfolgende Generationen.

Seid Ihr dabei?

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